3. September 2026Bob van Soest • 9 min read

ErkältungundSchwimmunterricht:DarfmeinKindeinfachinsWasser?[2026]

Darf mein Kind mit einer Erkältung zum Schwimmunterricht? Ohne Fieber ist es meist erlaubt. Regeln von Hausärzten, CDC und Sportärzten, Schritt für Schritt erklärt [2026]
Erkältung und Schwimmunterricht: Darf mein Kind einfach ins Wasser? [2026]

Kurz gesagt

  • Kinder sind bis zu zehnmal im Jahr erkältet, daher kommt die Frage früher oder später auf.
  • Bei Fieber (38 Grad oder höher) bleibt dein Kind zu Hause; ohne Fieber kann ein ruhiger Schwimmunterricht meist stattfinden.
  • Sportärzte haben eine einfache Regel: Die Anzahl der Fiebertage entspricht der Anzahl der Ruhetage.
  • Schwimmen verursacht keine Mittelohrentzündung, ein Erkältungsvirus schon; bei einem laufenden Ohr darf ein Kind nicht schwimmen.
  • Melde dein Kind rechtzeitig ab und plane eine Nachholstunde, so bleibt eine Woche Krankheit ohne Folgen für den Fortschritt.

Die kurze Antwort

Die Nase läuft, das Kind niest und das Thermometer liegt bereit. Jeder Elternteil mit einem Kind im Schwimmunterricht kennt die Frage: Geht es heute zum Unterricht oder nicht? Zu streng zu sein bedeutet, unnötig eine Stunde ausfallen zu lassen, zu locker zu denken ist auch nicht gut. Hausärzte, der amerikanische Gesundheitsdienst CDC und Sportärzte haben klare Regeln dafür, die in jedem Schwimmbad, in jedem Land gelten.

Die kurze Antwort vorweg: Eine Erkältung ohne Fieber ist meist kein Grund, zu Hause zu bleiben. Bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen bleibt dein Kind zu Hause. Warum das so ist und wann es differenzierter betrachtet werden muss, wird unten erklärt.

Warum diese Frage jeden Elternteil beschäftigt

Erkältungen kommen weltweit vor, das ganze Jahr über. Es ist keine Frage, ob ein Kind eine Erkältung bekommt, sondern wann.

Kinder sind bis zu zehnmal im Jahr erkältet

Laut Thuisarts, der Seite der Hausärztevereinigung NHG, können Kinder bis zu zehnmal im Jahr erkältet sein, jeweils durch ein anderes Virus. Der amerikanische Gesundheitsdienst CDC sieht dasselbe Muster: Erwachsene haben durchschnittlich zwei bis drei Erkältungen pro Jahr, Kinder deutlich mehr. In den Jahren, in denen ein Kind Schwimmunterricht nimmt, gehört eine laufende Nase einfach dazu.

Ein Virus, keine Bakterie: Warum das wichtig ist

Eine Erkältung ist eine Infektion der Schleimhäute in Nase und Rachen, verursacht durch ein Virus. Antibiotika wirken dagegen nicht und sind auch nicht nötig, schreibt Thuisarts; der Körper beseitigt das selbst. Die Beschwerden können einige Wochen anhalten, auch wenn der Schnupfen gelb oder grün wird. Die Kernfrage für den Schwimmunterricht ist daher nicht, wie man die Erkältung heilt, sondern ob sich das Kind gut genug fühlt, um zu schwimmen.

Bei Fieber bleibt dein Kind zu Hause

Die wichtigste Grenze ist Fieber. Alles, was danach kommt, baut auf dieser einen Regel auf.

Fieber beginnt bei 38 Grad

Thuisarts definiert Fieber bei Kindern als eine Temperatur von 38 Grad oder höher, am besten rektal gemessen. Ein Ohrthermometer ist weniger zuverlässig. Fieber ist eine normale Reaktion des Körpers auf ein Virus oder eine Bakterie, keine Krankheit an sich. Trotzdem ist es für den Schwimmunterricht ein Signal, dass dein Kind kämpft und Ruhe braucht. Oft verschwindet Fieber innerhalb einer Woche von selbst.

Wann du sofort den Hausarzt anrufen solltest

Fieber ist meist harmlos, aber nicht immer. Rufe sofort den Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst an, wenn dein Baby jünger als drei Monate ist und Fieber hat, oder wenn dein Kind schläfrig ist, schwer oder pfeifend atmet, deutlich weniger trinkt als sonst oder immer kranker wird. Auch bei Fieber, das länger als fünf Tage dauert, oder Fieber, das zurückkehrt, nachdem dein Kind ein paar Tage besser war, ist ein Anruf ratsam. Diese Regeln stehen bei Thuisarts und gelten auch für den Schwimmunterricht: Ein Kind, das so krank ist, geht auf keinen Fall ins Wasser.

Die Regel der Sportärzte: Fiebertage sind Ruhetage

Schwimmunterricht ist Sport, und die KNZB verweist Sportler mit Grippesymptomen auf die zehn Punkte der Vereinigung für Sportmedizin. Der erste ist kurz und klar: Bei Fieber wird jeglicher Sport abgeraten. Der zweite betrifft die Erholung: Hatte das Kind drei Tage Fieber, warte dann noch drei Tage, bevor es wieder ruhig Sport treibt. Die Anzahl der Fiebertage entspricht der Anzahl der Ruhetage. Viele Schwimmschulen haben eigene Regeln, zum Beispiel dass ein Kind mindestens einen Tag fieberfrei sein muss. Frage ruhig nach der Regel deiner Schule.

Auch ohne Fieber gibt es Warnzeichen

Muskelschmerzen, eine erhöhte Herzfrequenz in Ruhe oder Beschwerden unterhalb des Nackens, wie ein starker Husten mit Schleim: Dann sollte man besser auf Sport verzichten. Wer erbrechen muss oder Durchfall hat, bekommt von den Sportärzten ein absolutes Sportverbot. Das CDC sagt dasselbe für das Schwimmbad: Bei Durchfall bleibt man aus dem Wasser, denn ein Kind kann das Badewasser für die ganze Gruppe verunreinigen. Auch der Schwimmunterricht fällt dann aus, so schade es auch ist.

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So triffst du die Entscheidung in vier Schritten

Jede Erkältung ist anders. Diese vier Checks helfen dir in wenigen Minuten zu einer Entscheidung.

Schritt 1: Messe das Fieber genau

Bist du unsicher, ob dein Kind Fieber hat? Messe die Temperatur in einem ruhigen Moment. Über 38 Grad ist die Antwort einfach: Zu Hause bleiben. Abends ist die Körpertemperatur natürlicherweise etwas höher als morgens, daher sagt eine einzelne Messung zu einer ungünstigen Zeit nicht alles.

Schritt 2: Schau dir das ganze Kind an

Wie hoch das Fieber ist, sagt wenig darüber aus, wie krank ein Kind ist, warnt Thuisarts. Achte deshalb auf das Kind selbst. Spielt es zwischen den Niesattacken, isst es und reagiert es fröhlich? Dann kann ein ruhiger Schwimmunterricht meist stattfinden. Liegt es schlapp auf der Couch, will nicht essen oder trinken und weint schnell? Dann gehört es nach Hause, auch wenn das Thermometer nur wenig anzeigt.

Schritt 3: Prüfe die Ohren

Ohrenschmerzen sind der schwierigste Teil der Erkältungsfrage. Thuisarts erklärt, dass Ohrenschmerzen bei Kindern fast immer eine Mittelohrentzündung sind, die meist mit einer Erkältung beginnt. Über die Eustachische Röhre wandern Viren von Nase und Rachen ins Mittelohr. Hat dein Kind Ohrenschmerzen? Dann konsultiere den Hausarzt und lasse die Stunde ausfallen. Mit einem laufenden Ohr, Flüssigkeit, die aus dem Ohr läuft, darf ein Kind nicht schwimmen: Mit dem Kopf unter Wasser kann es plötzlich schwindelig werden. Erst wenn der Hausarzt bestätigt, dass das Trommelfell wieder geschlossen ist, darf dein Kind wieder ins Wasser.

Schritt 4: Kenne die Regeln deiner Schwimmschule

Jede Schwimmschule hat eigene Vereinbarungen zu Krankheit, Abmeldung und Nachholstunden. Manche Schulen wollen, dass ein Kind nach Krankheit erst einige Tage fieberfrei ist, andere verlangen nur eine rechtzeitige Abmeldung. Informiere dich über die Regeln oder frage vorher nach, so vermeidest du Überraschungen am Beckenrand.

Was ist dran an den Geschichten über Ohren und Wasser?

Rund ums Schwimmen mit Erkältung kursieren hartnäckige Geschichten. Zwei davon kannst du ignorieren, eine solltest du ernst nehmen.

Schwimmen verursacht keine Mittelohrentzündung

Das ist das hartnäckigste Missverständnis. Eine Mittelohrentzündung sitzt hinter dem Trommelfell, und dort kommt kein Schwimmbadwasser hin, solange das Trommelfell intakt ist. Die Entzündung entsteht, weil Erkältungsviren über die Eustachische Röhre von Nase und Rachen ins Mittelohr gelangen, nicht weil Wasser ins Ohr läuft. Ein Kind mit einem intakten Trommelfell kann also durch Schwimmen keine Mittelohrentzündung bekommen.

Das Schwimmerohr ist eine andere Geschichte

Die Entzündung, die tatsächlich mit Wasser zu tun hat, sitzt im Gehörgang, vor dem Trommelfell. Das Schwimmerohr entsteht, weil die Haut im Gehörgang lange nass bleibt. Kinder, die viel schwimmen, bekommen es öfter, besonders im Sommer. Wie du diese Form erkennst und verhinderst, liest du in unserem Überblick über Schwimmerohr bei Kindern.

Schleim-Ohr: Schwimmen ist erlaubt

Eine weitere Beruhigung: Ein Kind mit einem Schleim-Ohr, Flüssigkeit hinter dem Trommelfell ohne Entzündung, darf laut Thuisarts ganz normal schwimmen. Auch Fliegen ist kein Problem. Nur bei einem laufenden Ohr oder einem Loch im Trommelfell gelten andere Regeln.

Aquarell-Illustration eines Hallenbads mit einem zusammengefalteten Handtuch und einer Schwimmtasche am Rand

Was eine verpasste Stunde mit dem Fortschritt macht

Bleibt dein Kind einmal zu Hause, ist das kein Drama, auch nicht für den Schwimmunterricht.

Eine Woche Pause ist kein Rückschritt

Eine Erkältung dauert meist einige Tage, manchmal länger. Kinder nehmen nach ein paar verpassten Stunden einfach wieder den Faden auf, besonders wenn sie in den Wochen davor stetig Fortschritte gemacht haben. Wichtiger als diese eine Stunde ist, dass dein Kind wirklich auskuriert, denn halb erholt zum Unterricht zu gehen verlängert das Leiden nur.

Melde rechtzeitig ab und plane eine Nachholstunde

Bleibt dein Kind zu Hause? Melde es dann rechtzeitig vor der Unterrichtszeit ab, damit die Schwimmschule die Gruppe und das Becken rechtzeitig anpassen kann und der Lehrer weiß, warum ein Platz frei ist. Viele Schulen bieten bei rechtzeitiger Abmeldung eine Nachholstunde an. Prüfe die Bedingungen, notiere, wann dein Kind wieder kann, und trage die erste Stunde nach der Erkältung sofort in den Kalender ein.

So behältst du den Fortschritt im Blick

Mit der kostenlosen Swimmigo App für Eltern siehst du nach jeder Stunde, welche Fähigkeiten dein Kind geübt hat, auch wenn du nicht dabei warst. Nach einer Woche Krankheit siehst du genau, wo dein Kind aufgehört hat und was in der nächsten Stunde geplant ist. Schwimmlehrer nutzen Swimmigo für Instruktoren, um pro Schüler festzuhalten, wo der Unterricht endete, sodass auch eine Vertretung weiß, wo das Kind weitermacht. Swimmigo ist kostenlos, in fünf Sprachen verfügbar und wird weltweit genutzt. Mehr Hintergrund zu Gesundheit und Schwimmunterricht findest du im kompletten Überblick über Schwimmen und Gesundheit bei Kindern.

Was eine Schwimmschule tun kann

Für Lehrer und Schwimmschulen beginnt es mit einer klaren Richtlinie, denn Regeln wirken nur, wenn Eltern sie kennen.

Schreibe die Krankheitsregelungen auf

Halte fest, wann ein Kind zu Hause bleibt, zum Beispiel bei Fieber, und wann es kommen darf, etwa bei Schnupfen ohne Fieber. Stelle die Regeln auf der Website oder in der Kommunikation mit den Eltern bereit, so weiß jeder, woran er ist, und es entstehen keine Diskussionen am Beckenrand.

Wann schickst du ein Kind nach Hause?

Ein Kind, das mit Fieber, Atemnot oder Durchfall zum Unterricht kommt, gehört nicht ins Wasser. Sprich mit den Eltern, verweise auf die Hausarztregeln und biete eine Nachholstunde an. Ein Kind, das nur etwas schnupfig ist, gut mitmacht und kein Fieber hat, kann den Unterricht besuchen.

So hältst du Viren aus der Gruppe fern

Erkältungsviren verbreiten sich über Tröpfchen in der Luft und über die Hände, besonders an Orten, wo Menschen dicht beieinander sind. In die Ellenbeuge husten und niesen, Hände waschen und vor dem Unterricht gut duschen machen den Unterschied. Wenn Lehrer mit gutem Beispiel vorangehen, machen Kinder es automatisch nach.

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Quellen

Bob van Soest

Bob van Soest

Als Experte für die Bewirtschaftung von Sportanlagen (wie Schwimmbädern) und Entwickler von unter anderem Swimmigo.com setze ich mich leidenschaftlich dafür ein, den Schwimmunterricht für Eltern, Schwimmlehrer und alle, die schwimmen lernen wollen, einfacher, unterhaltsamer und aufschlussreicher zu gestalten.

Häufig gestellte Fragen

Ja, meistens schon. Solange kein Fieber besteht und sich dein Kind gut fühlt, ist eine gewöhnliche Erkältung kein Grund, den Schwimmunterricht ausfallen zu lassen. Duschen vor und nach dem Unterricht und gründliches Naseputzen helfen. Bei Unsicherheit sprich mit deiner Schwimmschule.
Sportärzte empfehlen die Regel, dass die Anzahl der Fiebertage auch die Anzahl der Ruhetage ist. Hatte dein Kind drei Tage Fieber, warte dann noch drei Tage, bevor es wieder zum Schwimmunterricht geht. Viele Schwimmschulen haben eigene Regeln, zum Beispiel mindestens einen Tag fieberfrei.
Ohrenschmerzen bei Kindern entstehen fast immer durch eine Mittelohrentzündung, die meist mit einer Erkältung beginnt. Lass den Unterricht ausfallen und konsultiere den Hausarzt. Mit einem laufenden Ohr darf ein Kind nicht schwimmen; erst wenn das Trommelfell wieder geschlossen ist, darf es wieder ins Wasser.
Miss das Fieber und schau dein Kind an. Ohne Fieber, ohne Ohrenschmerzen und mit einem Kind, das spielt und isst, kann der Unterricht meist stattfinden. Bist du unsicher? Melde dein Kind dann rechtzeitig über die App oder das Elternportal ab und plane eine Nachholstunde.
Das hängt von den Bedingungen deiner Schwimmschule ab. Viele Schulen bieten eine Nachholstunde bei rechtzeitiger Abmeldung an, andere berechnen die Stunde normal weiter. Melde Krankheit daher immer rechtzeitig vor dem Unterricht, so weißt du, woran du bist.
Bei Fieber, Atemnot, Erbrechen oder Durchfall gehört ein Kind nicht ins Wasser. Ein Kind, das nur etwas schnupfig ist, kein Fieber hat und gut mitmacht, kann den Unterricht besuchen. Kommuniziere die Regeln klar an die Eltern, so vermeidest du Diskussionen.
Viren verbreiten sich über Tröpfchen in der Luft und über die Hände. Bringe Kindern bei, in die Ellenbeuge zu husten und zu niesen, lass sie vor dem Unterricht duschen und halte Hygieneregeln ein. Bitte Eltern mit fiebernden Kindern, zu Hause zu bleiben.

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