28. August 2026Bob van Soest • 9 min read

KannmeinKindmitAsthmaschwimmen?SogestaltestdudenSchwimmunterrichtsicher[2026]

Kann dein Kind mit Asthma schwimmen? Ja, meistens schon. So gestaltest du den Schwimmunterricht sicher: ärztlicher Rat, Medikamente, Chlorgeruch und was der Schwimmlehrer wissen sollte [2026]
Kann mein Kind mit Asthma schwimmen? So gestaltest du den Schwimmunterricht sicher [2026]

Kurz gesagt

  • Die meisten Kinder mit Asthma können ganz normal Schwimmunterricht nehmen; Schwimmen stärkt Kondition und Atemmuskulatur.
  • Eine Cochrane-Übersichtsarbeit: Schwimmtraining wird von Kindern mit stabilem Asthma gut vertragen und verbessert Lungenfunktion und Kondition.
  • Chlorgeruch ist für manche Kinder ein Reiz; wähle ein gut belüftetes oder chlorarmes Becken und halte den Inhalator griffbereit.
  • Die Basis ist Vorbereitung: Rücksprache mit Arzt, Medikamente rechtzeitig, ruhiges Aufwärmen und ein Schwimmlehrer, der Bescheid weiß.

Mittwochnachmittag, Schwimmunterrichtstag. Dein Kind nimmt die Schwimmtasche, und du zweifelst kurz: Ist das mit Asthma eigentlich erlaubt? Wird es im Schwimmbad eng? Viele Eltern von Kindern mit Asthma kennen diese Unsicherheit. Die kurze Antwort lautet: Ja, die meisten Kinder mit Asthma können ganz normal Schwimmunterricht nehmen. Schwimmen ist für sie sogar eine der gesündesten Sportarten überhaupt. Allerdings erfordert es etwas Vorbereitung. Was Ärzte und Forscher sagen, worauf du achten solltest und wie du es angehst, liest du hier unten.

Kann ein Kind mit Asthma schwimmen?

Ja, die meisten Kinder können ganz normal Schwimmunterricht nehmen

Bei Asthma sind die kleinen Atemwege in der Lunge entzündet. Bei einem Anfall ziehen sich diese Atemwege zusammen und das Atmen wird schwer. Verständlich, dass Eltern bei dem Wort "Atemnot" in Verbindung mit Schwimmen erschrecken. Doch das Bild ist anders, als viele denken. Sport ist für Kinder mit Asthma gerade gut: Er stärkt die Atemmuskulatur und verbessert die Kondition, und eine bessere Kondition bedeutet weniger Beschwerden bei Anstrengung. Das Longfonds ist klar: Sport ist für alle gesund, besonders für Menschen mit Asthma.

Asthma in Zahlen: weltweit und in den Niederlanden

Asthma ist weltweit die häufigste chronische Krankheit bei Kindern, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Schätzungsweise hatten 2023 etwa 363 Millionen Menschen Asthma. In den Niederlanden haben rund 600.000 Menschen Asthma, davon etwa 70.000 Kinder. Das RIVM zählte 2024 über 601.000 Menschen mit Asthma in der Versorgung und 55.000 neue Diagnosen. Mit anderen Worten: Dein Kind ist nicht das einzige mit dieser Frage im Schwimmunterricht.

QuelleZahlZeitraum
WHO: Menschen mit Asthma weltweitetwa 363 Millionen2023
WHO: häufigste chronische Krankheit bei Kindernbestätigt2026
Longfonds: Menschen mit Asthma in den Niederlandenetwa 600.0002026
Longfonds: Kinder mit Asthma in den Niederlandenetwa 70.0002026
RIVM (VZinfo): Asthma in der Versorgung, Niederlandeetwa 601.3002024
RIVM (VZinfo): neue Asthma-Diagnosen55.0002024

Was die Forschung sagt

Eine Übersichtsarbeit von Cochrane, die acht Studien mit 262 Kindern und Jugendlichen mit stabilem Asthma zusammenfasste, kommt zu dem Schluss, dass Schwimmtraining gut vertragen wird und die Lungenfunktion sowie die Kondition verbessert. Es gab keine Hinweise darauf, dass Schwimmen das Asthma verschlechtert. Die Teilnehmer waren zwischen 5 und 18 Jahren alt und schwammen zwei- bis dreimal pro Woche, sechs bis zwölf Wochen lang.

Warum Schwimmen gerade für Kinder mit Asthma gut ist

Kondition und Atemmuskulatur

Sport stärkt die Atemmuskulatur und verbessert die Kondition. Für Kinder mit Asthma ist das doppelt wertvoll: Je besser die Kondition, desto seltener treten Beschwerden bei Anstrengung auf. Gerade weil Schwimmen das gesamte Lungenvolumen anspricht, baust du als Kind spielerisch stärkere Lungen auf. Und Schwimmen ist niedrigschwellig: Fast jedes Kind kann im eigenen Tempo mitmachen.

Ein messbarer Unterschied

Die Cochrane-Studie maß die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2 max) vor und nach einem Schwimmprogramm. Die Kinder, die schwammen, erreichten im Durchschnitt 9,67 ml pro Kilogramm pro Minute mehr als die Kontrollgruppe. Das ist ein klinisch relevanter Unterschied von etwa 25 Prozent in der Kondition. Auch die Lungenfunktion, gemessen mit einem Standard-Atemtest (FEV1), verbesserte sich bei den schwimmenden Kindern.

Warme, feuchte Luft

Schwimmen findet in warmer, feuchter Luft statt. Für Kinder mit Asthma ist das oft angenehmer als Sport in kalter Außenluft, die die Atemwege reizen kann. Das Longfonds empfiehlt, beim Sport möglichst durch die Nase zu atmen: Das sorgt für warme, feuchte und gefilterte Luft, wodurch die Lungen weniger empfindlich auf Reize reagieren.

Die Kehrseite: Chlorgeruch als Reiz

Chlor kann ein Reiz sein

Bei Asthma reagieren die Lungen überempfindlich auf Reize. Für manche Kinder ist der Chlorgeruch im Schwimmbad so ein Reiz, der Husten oder Atemnot auslösen kann. Das Longfonds warnt ausdrücklich davor: Viele Kinder reagieren auf den Chlorgeruch im Schwimmbad, und diese Luft kann ein Reiz sein, der zu Atemnot führt. Das bedeutet nicht, dass dein Kind nicht schwimmen kann, aber du solltest die Umgebung berücksichtigen.

Was die Forschung sagt

In Hallenbädern kann Trichloramin entstehen, ein Stoff, der bei der Desinfektion mit Chlor freigesetzt wird und die Atemwege reizen kann. Eine schwedische Studie aus 2018 fand einen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber chlorierten Hallenbädern im frühen Alter und dem Auftreten von Asthma im Kleinkindalter. Achtung: Diese Studie befasste sich mit der Entstehung von Asthma bei Kindern ohne Asthma. Für Kinder, die bereits Asthma haben, ist die Bilanz anders. Die Vorteile des Schwimmens überwiegen laut Studien den möglichen Reiz, sofern du auf die Umstände achtest.

Chlorarme und Salzwasserbäder

Immer mehr Schwimmbäder sind chlorarm oder arbeiten mit Salzwasser. Das Longfonds weist ebenfalls darauf hin: Es gibt immer mehr chlorarme Schwimmbäder. Erkundige dich bei der Schwimmschule, wie das Becken gepflegt und belüftet wird, besonders wenn du merkst, dass dein Kind schnell auf Chlorgeruch reagiert. Im Sommer ist ein Freibad oft eine gute Alternative, da die Dämpfe dort viel schneller verwehen.

Swimmigo

So bereitest du den Schwimmunterricht sicher vor: Checkliste für Eltern

Mit diesen Schritten ermöglichst du deinem Kind einen angenehmen und sicheren Schwimmunterricht, ohne dass Asthma die Hauptrolle spielt.

1. Rücksprache mit Hausarzt oder Lungenarzt

Jedes Kind mit Asthma ist anders. Kläre vor dem ersten Schwimmunterricht mit dem behandelnden Arzt, ob es Einschränkungen gibt, ob Medikamente vor dem Sport nötig sind und worauf du achten solltest. In den meisten Fällen lautet die Antwort: Einfach machen, mit der richtigen Vorbereitung.

2. Medikamente rechtzeitig

Bei Belastungsasthma kann es helfen, vor dem Sport ein bronchienerweiterndes Medikament zu nehmen, schreibt das Longfonds. Sorge dafür, dass der Inhalator oder das Medikament beim Schwimmunterricht dabei ist und der Schwimmlehrer weiß, wo es liegt. Die WHO betont, dass Inhalationsmedikamente Menschen mit Asthma ein normales, aktives Leben ermöglichen, und dazu gehört auch Schwimmunterricht.

3. Ruhiges Aufwärmen

Der Trick bei Belastungsasthma ist, die Aktivität langsam zu steigern. Ein ruhiges Aufwärmen hilft den Atemwegen, sich an die Belastung zu gewöhnen. Komm deshalb rechtzeitig zum Bad, damit dein Kind nicht gehetzt ins Wasser muss.

4. Wähle ein gut belüftetes oder chlorarmes Becken

Prüfe, wie das Schwimmbad belüftet wird. Bei Zweifeln oder wenn dein Kind oft auf Chlor reagiert, suche ein chlorarmes oder Salzwasserbecken. Eine kleine Mühe, die für ein Kind mit empfindlichen Atemwegen viel bewirken kann.

5. Informiere den Schwimmlehrer über das Asthma

Ein Schwimmlehrer kann viel bewirken, wenn er weiß, dass dein Kind Asthma hat: Tempo anpassen, Signale erkennen, Medikamente griffbereit halten. Gib bei der Anmeldung oder vor der ersten Stunde eine kurze Erklärung. Die meisten Lehrer sind dankbar für diese Information, nicht genervt.

6. Erkenne die Signale

Das Longfonds nennt Signale, die oft vor einer Atemnotphase auftreten: schlapp oder unruhig sein, Husten, schlecht schlafen, blass aussehen oder dunkle Augenringe. Bring deinem Kind bei, diese Signale zu erkennen und zu benennen, damit ihr rechtzeitig eingreifen könnt, statt hinterher.

7. Erstelle einen Aktionsplan

Das Longfonds bietet kostenlos einen Asthma-Aktionsplan für Kinder an, den du gemeinsam mit dem Arzt ausfüllst: Wie erkennst du einen Anfall und was tust du dann? Eine Kopie in der Schwimmtasche ist Gold wert für den Schwimmlehrer, der dann genau weiß, was zu tun ist.

8. Nach dem Unterricht: warm und trocken

Ein kaltes, nasses Kind kann nach dem Unterricht schneller Beschwerden bekommen. Sorge für ein warmes Handtuch, trockene Kleidung und einen ruhigen Ausklang. Eine Dusche nach dem Schwimmen spült auch Chlorreste von der Haut.

Wasserfarbenzeichnung einer Schwimmbrille und Badekappe auf einem Handtuch am Beckenrand

Was ein Schwimmlehrer tun kann

Frage bei der Anmeldung danach

Der einfachste Schritt: Frage bei neuen Schülern, ob Asthma oder andere gesundheitliche Beschwerden vorliegen. Viele Eltern sprechen es nicht von sich aus an, weil sie nicht wollen, dass ihr Kind anders behandelt wird. Indem du selbst fragst, gibst du den Eltern Raum, es doch zu erzählen.

Stimme den Unterricht ab

Kinder mit Asthma profitieren von einem ruhigen Aufbau: Erst gewöhnen, dann intensiver. Steigere die Anstrengung langsam und plane Pausen ein. Vermeide lange Sprints direkt hintereinander. Ein Kind, das kurz Luft holen muss, ist kein Problemkind, sondern ein klug betreutes Kind.

Wisse, was bei einem Anfall zu tun ist

Wissen, wo der Inhalator liegt, den Aktionsplan kennen und wissen, wann du den Arzt oder den Notruf 112 rufst: Das macht den Unterschied zwischen einem spannenden Moment und einer unangenehmen Erfahrung. Eine kurze Einweisung der Eltern reicht, um vorbereitet zu sein.

Halte den Fortschritt sichtbar

Ein Kind, das wegen Beschwerden gelegentlich eine Stunde verpasst, verliert schnell den Überblick. Mit der kostenlosen Swimmigo-App kannst du als Lehrer den Fortschritt pro Fähigkeit verfolgen, auch wenn ein Kind ein paar Wochen fehlt. Und Eltern sehen genau, was im Unterricht gemacht wurde, ohne dass ein Gespräch nötig ist.

Wann solltest du den Schwimmunterricht ausfallen lassen?

Fieber und Atemwegsinfekte

Bei Fieber oder starkem Schnupfen solltest du den Schwimmunterricht lieber verschieben. Ein Atemwegsinfekt kann Asthmabeschwerden verschlimmern, und mit Fieber zu schwimmen ist sowieso keine gute Idee. Eine Stunde nachzuholen ist immer besser, als einen Rückfall zu riskieren.

Viel Husten oder Atemnot

Hat dein Kind den ganzen Tag viel gehustet oder ist es kurzatmig? Lass die Stunde ausfallen und sprich mit dem Arzt. Die Schwimmschule kann die Stunde meist problemlos verschieben, besonders wenn du rechtzeitig Bescheid gibst.

Nach einem Anfall

Nach einem Asthma-Anfall ist es ratsam, zuerst mit dem behandelnden Arzt zu klären, wann dein Kind wieder Sport machen darf. Baue dann langsam wieder auf. Der Fortschritt in der App hilft, nach so einer Pause genau zu sehen, wo dein Kind aufgehört hat.

Fazit

Ja, die meisten Kinder mit Asthma können ganz normal Schwimmunterricht nehmen, und für viele Kinder ist Schwimmen sogar eine der besten Sportarten überhaupt. Der Schlüssel liegt in der Vorbereitung: Rücksprache mit dem Arzt, Medikamente rechtzeitig, ein gut belüftetes Becken und ein Schwimmlehrer, der Bescheid weiß. So bleibt der Schwimmunterricht das, was er sein soll: sicher, gesund und vor allem spaßig, in jedem Land, in dem dein Kind ins Wasser geht. Und weil Swimmigo kostenlos und in fünf Sprachen verfügbar ist, kannst du den Fortschritt deines Kindes überall auf der Welt verfolgen.

Swimmigo

Quellen

Bob van Soest

Bob van Soest

Als Experte für die Bewirtschaftung von Sportanlagen (wie Schwimmbädern) und Entwickler von unter anderem Swimmigo.com setze ich mich leidenschaftlich dafür ein, den Schwimmunterricht für Eltern, Schwimmlehrer und alle, die schwimmen lernen wollen, einfacher, unterhaltsamer und aufschlussreicher zu gestalten.

Häufig gestellte Fragen

Ja, die meisten Kinder mit Asthma können ganz normal Schwimmunterricht nehmen. Schwimmen stärkt Kondition und Atemmuskulatur, und Studien zeigen, dass Schwimmtraining von Kindern mit stabilem Asthma gut vertragen wird. Kläre das aber zuerst mit dem Hausarzt oder Lungenarzt ab.
Bei manchen Kindern ist Chlorgeruch ein Reiz, der Husten oder Atemnot auslösen kann. Wähle wenn möglich ein gut belüftetes oder chlorarmes Becken und sorge dafür, dass der Inhalator griffbereit ist.
Bei Belastungsasthma kann es helfen, vor dem Sport ein bronchienerweiterndes Medikament zu nehmen. Was für dein Kind am besten ist, klärst du am besten mit dem Hausarzt oder Lungenarzt.
Signale sind viel Husten, pfeifende Atmung, blasses Aussehen oder wenn dein Kind selbst sagt, dass es Atemnot hat. Bring deinem Kind bei, diese Signale zu benennen, und vereinbare mit dem Schwimmlehrer, was im Zweifel zu tun ist.
Beginne beim Hausarzt oder Lungenarzt: Frage, ob es Einschränkungen gibt und ob Medikamente vor dem Sport nötig sind. Informiere danach die Schwimmschule über das Asthma, damit der Lehrer weiß, worauf er achten muss.
Sorge dafür, dass der Aktionsplan des Longfonds in der Schwimmtasche liegt und der Lehrer weiß, wo der Inhalator ist. Wird dein Kind nach der Medikation nicht ruhiger, rufe den Arzt oder den Notruf 112.
Frage bei der Anmeldung nach gesundheitlichen Beschwerden und notiere, wo die Medikamente liegen. Steigere die Anstrengung langsam, plane Pausen ein und wisse, was bei einem Anfall zu tun ist.
Eine gute Belüftung senkt die Konzentration von Trichloramin in der Luft. Halte die Wasserqualität aufrecht und informiere Eltern über chlorarme Zeiten oder ein Salzwasserbecken, falls vorhanden.

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