9. September 2026 • Bob van Soest • 10 min read

Dein Kind das Treiben beibringen: so geht es in kleinen Schritten

Treiben ist die Grundlage jeder Schwimmtechnik. Mit diesem Schritt-für-Schritt-Plan lernst du deinem Kind, sicher und spielerisch auf dem Bauch und Rücken zu treiben – zu Hause oder im Schwimmbad.
Dein Kind das Treiben beibringen: so geht es in kleinen Schritten

Kurz gesagt

  • Treiben ist die erste Fähigkeit in jeder Schwimmstunde: Wer treiben kann, kann sich ausruhen und atmen im Wasser.
  • Für das nationale A-Abzeichen muss ein Kind fünf Sekunden auf dem Bauch und zehn Sekunden auf dem Rücken treiben können.
  • Übe in kleinen Schritten: zuerst gewöhnen und Blasen machen, dann Treiben mit Unterstützung und erst dann ein paar Sekunden los.
  • Bleib immer in Reichweite, auch in der Badewanne. Schwimmflügel und Schwimmringe lehren ein Kind nicht treiben.
  • In der kostenlosen Swimmigo-App siehst du pro Niveau, welche Fähigkeiten dein Kind schon kann und was du zu Hause üben kannst.

Dein Kind möchte gerne schwimmen, liegt aber im Wasser wie ein Brett. Oder es taucht sofort unter, sobald die Füße den Boden nicht mehr berühren. Viele Eltern kennen das: Der Schwimmlehrer sagt, Treiben sei die Basis, aber zu Hause weiß man nicht genau, wie man dabei helfen soll.

Treiben kann man Schritt für Schritt lernen, und man kann gut zu Hause damit anfangen. Dieser Plan zeigt, wie du deinem Kind das Treiben auf dem Bauch und Rücken beibringst, ohne Druck und ohne teure Hilfsmittel.

Warum Treiben der erste Schritt in jeder Schwimmstunde ist

In fast jedem Schwimmprogramm weltweit kommt das Treiben vor den Schwimmtechniken. Wer treiben kann, kann sich ausruhen und atmen und gerät nicht in Panik, wenn das Wasser tiefer wird. Wer nicht treiben kann, verbraucht die ganze Energie, um oben zu bleiben, und lernt dadurch wenig Neues.

Dieser Aufbau ist überall gleich. Der britische Lehrplan von Swim England arbeitet zum Beispiel mit sieben Phasen, von den ersten Wasserfertigkeiten bis zum selbstständigen Schwimmen, und empfiehlt, Kinder bis zur letzten Phase Schwimmunterricht nehmen zu lassen. In den Niederlanden gehört Treiben auch zur Prüfung: Für die World Health Organization: Ertrinken, Fakten und Zahlen muss ein Kind unter anderem fünf Sekunden auf dem Bauch und zehn Sekunden auf dem Rücken treiben können.

Treiben ist eine Haltung, kein Trick

Treiben hat wenig mit Kraft zu tun. Ein Mensch treibt, weil Luft in der Lunge als Auftrieb wirkt. Wer entspannt bleibt und ruhig atmet, liegt automatisch höher im Wasser. Wer verkrampft, sinkt ab. Das erklärt, warum dasselbe Kind an einem Tag gut treiben kann und am nächsten nicht: Spannung macht den Unterschied, nicht die Veranlagung.

Warum das eine Kind schneller treibt als das andere

Die Körperform spielt eine Rolle: Das eine Kind hat einfach mehr Auftrieb als das andere. Wichtiger ist die Angst. Ein Kind, das Wasser im Gesicht fürchtet, hält den Kopf hoch, die Hüften sinken und Treiben wird fast unmöglich. Die Herangehensweise ist bei allen Kindern gleich: Gewöhnen, entspannen und in kleinen Schritten üben.

Sicher üben: drei Regeln, die wirklich zählen

Weltweit ertrinken jährlich schätzungsweise dreihunderttausend Menschen, und Kinder unter fünf Jahren machen fast ein Viertel dieser Opfer aus, meldet die Weltgesundheitsorganisation. Auch in den Niederlanden ist es keine Seltenheit: 2025 ertranken hundert Einwohner, World Health Organization: Ertrinken, Fakten und Zahlen zeigen, dass es in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 93 pro Jahr waren. Ertrinken passiert leise und schnell, auch in flachem Wasser, auch beim Üben des Treibens. Deshalb gelten diese drei Regeln.

Regel 1: Bleib in Reichweite, auch in der Badewanne

Die Weltgesundheitsorganisation ist klar: Das Risiko zu ertrinken steigt, sobald Kinder ohne aktive Aufsicht eines Erwachsenen im oder am Wasser sind. Ein Kind, das nicht schwimmen kann, gehört also immer in Reichweite. Auch in der Badewanne, auch im Planschbecken, auch wenn das Treiben schon ein bisschen klappt. Treiben übt man in flachem Wasser, wo du danebenstehst, nicht in tiefem Wasser und niemals im offenen Gewässer.

Regel 2: Schwimmhilfen lehren dein Kind nicht treiben

Schwimmflügel und Schwimmringe geben Kindern ein falsches Sicherheitsgefühl. Ein Kind, das immer darin hängt, gewöhnt sich an eine vertikale Haltung und entwickelt kein Wassergefühl. Der Moment, in dem die Hilfen abgehen, ist dann der gefährlichste. In dieser Übersicht über Schwimmhilfen liest du, was jedes Hilfsmittel kann und was nicht.

Regel 3: Übe nur an einem guten Tag

Ein Kind, das müde, kalt oder hungrig ist, lernt nichts. Und ein Kind, das weint, schon gar nicht. Halte die Einheiten kurz, sorge für warmes Wasser und hör immer auf, bevor die Lust weg ist. Ein Kind, das weinend aus dem Wasser muss, hat beim nächsten Mal weniger Lust.

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Treiben auf dem Bauch: drei Schritte, die funktionieren

Fang nicht mit dem Treiben an, sondern mit dem Gesicht. Ein Kind, das Blasen macht und seine Wangen ins Wasser legt, liegt schon fast waagerecht. Der Aufbau geht so.

Schritt 1: Gewöhnen mit Blasen machen

Lass dein Kind in der Badewanne oder unter der Dusche Wasser im Gesicht gewöhnen. Erst den Kopf nass machen, dann die Augen schließen und den Mund ins Wasser tauchen. Blasen machen ist die erste echte Übung: Wer bläst, liegt mit dem Gesicht nach unten und lernt gleichzeitig, dass Ausatmen unter Wasser normal ist. Mach ein Wettspiel daraus: Wer macht die meisten oder größten Blasen?

Schritt 2: Treiben mit Unterstützung

Die bekannteste Übung ist der Seestern. Dein Kind liegt auf dem Bauch, Arme und Beine gespreizt, und du hältst mit beiden Händen den Bauch oder die Brust von unten. Der Kopf darf nach oben oder zur Seite. Lass dein Kind die Luft in der Lunge halten und zähle laut mit: drei, vier, fünf. So lernt der Körper die waagerechte Haltung kennen, ohne dass etwas schiefgehen kann.

Schritt 3: Eine Sekunde länger loslassen

Sobald sich der Seestern ruhig anfühlt, nimmst du eine Hand weg. Dann zwei, erst für zwei Sekunden, dann für drei. Bleib daneben stehen, um aufzufangen, und mach ein Spiel daraus: Wie lange kannst du treiben? Für das A-Abzeichen sind fünf Sekunden Treiben auf dem Bauch die Norm, aber zu Hause geht es nicht um die Norm. Es geht darum, dass dein Kind entdeckt, dass das Wasser es trägt.

Treiben auf dem Rücken: warum es spannend ist und wie du es aufbaust

Rückentreiben ist für viele Kinder der schwierigste Schritt. Die Sicht fehlt, die Kontrolle fühlt sich weg und der Kopf liegt im Wasser. Diese Spannung ist normal, und du löst sie nicht, indem du sagst, es sei nicht schlimm, sondern indem du das Gefühl Schritt für Schritt vertraut machst.

Zuerst an das Gefühl gewöhnen

Lass dein Kind zu Hause schon mit dem Zurücklehnen üben: Kopf in deine Hände, Ohren unter Wasser in der Badewanne, an die Decke schauen. Auch auf dem Trockenen kannst du die Haltung üben, liegend auf dem Boden mit einem Kissen unter dem Kopf. So gewöhnt sich der Körper an die gestreckte Haltung, bevor das Wasser dazu kommt.

Mit Unterstützung, dann loslassen

Im Schwimmbad legst du eine Hand unter den Kopf oder Nacken und eine Hand unter den unteren Rücken. Dein Kind liegt gestreckt, schaut nach oben und darf den Bauch Richtung Decke drücken. Verringere die Unterstützung langsam: Erst eine Hand weg, dann nur noch deine Fingerspitzen, dann ein paar Sekunden los, während du ganz nah bleibst, um aufzufangen.

Ohren unter Wasser, Bauch nach oben

Die Haltung entscheidet, ob das Treiben gelingt. Ohren im Wasser, Kinn locker von der Brust, Bauch nach oben und Beine gestreckt, aber nicht steif. Der häufigste Fehler ist, dass ein Kind das Kinn einzieht und sich eigentlich ins Wasser setzt, wodurch die Hüften sinken. Sag nicht, was falsch läuft, sondern gib einen festen Punkt: Schau an die Decke oder auf die Lampe über dem Becken.

Atmung und Entspannung: die stille Basis

Ausatmen unter Wasser als erster Schritt

Viele Kinder halten instinktiv den Atem an, sobald Wasser ins Gesicht kommt. Das sorgt für Spannung in Schultern und Nacken, und Spannung macht das Treiben schwerer. Übe deshalb das Ausatmen: Erst über Wasser eine Kerze auspusten, dann in der Badewanne dasselbe mit dem Mund unter Wasser. Blasen machen ist nichts anderes als ruhiges Ausatmen, und ein Kind, das ruhig ausatmet, liegt entspannt im Wasser.

Entspannen an Land

Treiben beginnt zum Teil außerhalb des Wassers. Lass dein Kind auf dem Boden liegen und spürt zusammen, wo Spannung sitzt: Schultern hoch, Nacken steif, Fäuste geballt. Schütteln, und dann ruhig weiteratmen. Ein Kind, das seine Schultern sinken lassen kann, nimmt diese Entspannung mit ins Wasser.

So passt das Treiben üben in eure Woche

In der Badewanne, im Schwimmbad oder an Land

Jeder Ort hat seine eigenen Übungen. In der Badewanne arbeitest du am Gewöhnen, Blasen machen und Kopf zurück mit den Ohren unter Wasser. Im Schwimmbad machst du die echten Treibübungen im flachen Wasser, mit dir daneben. An Land übst du Haltung und Entspannung. So wird Treiben zur Gewohnheit statt zur Aufgabe, und genau das soll es sein.

Wasserfarbenzeichnung eines Elternteils, der ein Kind im flachen Schwimmbad auf dem Rücken treiben lässt

Kurze Einheiten, feste Zeiten

Fünf Minuten am Tag wirken besser als eine Stunde am Wochenende. Verknüpfe es mit einem festen Moment, zum Beispiel beim Baden oder beim wöchentlichen Schwimmen. Kurz und regelmäßig sorgt dafür, dass der Körper die Haltung behält, und es bleibt für beide schön.

Übe, was der Unterricht verlangt

Den schnellsten Fortschritt erzielst du, wenn du zu Hause das übst, was die Schwimmschule gerade verlangt. In der kostenlosen Swimmigo-App für Eltern siehst du pro Niveau, welche Fähigkeiten dein Kind schon kann und welche noch kommen, mit denselben sieben Stufen und 86 Übungen, die Schwimmlehrer verwenden. Steht Rückentreiben auf dem Programm, weißt du, dass du zu Hause damit anfangen musst und nicht mit Bahnen ziehen. Die App ist in fünf Sprachen verfügbar und wird weltweit genutzt, also funktioniert der Aufbau auch, wenn deine Familie nicht in den Niederlanden lebt.

Häufige Fehler beim Treiben lernen

Zu schnell loslassen

Loslassen, bevor die Haltung stabil ist, sorgt für Schreck und ein Kind, das erschrickt, verkrampft. Das nächste Mal wird es schwerer statt leichter. Baue deshalb sehr langsam ab und lass erst los, wenn dein Kind ruhig bleibt ohne deine Hände.

Aus dem Üben einen Leistungstest machen

Treiben gelingt nur, wenn der Körper entspannt ist, und Entspannung verschwindet, sobald Druck entsteht. Fragen wie „Kannst du es jetzt schon?“ helfen nicht. Zähle mit, spiel das Seesternspiel und lass den Fortschritt an dem erkennen, was dein Kind selbst zeigt.

Bei Widerstand weitermachen

Weint dein Kind, verkrampft es oder will unbedingt die Wand festhalten, ist der Moment vorbei. Hör auf, mach etwas Schönes im Wasser und versuch es an einem anderen Tag nochmal. Widerstand ist kein Unwille, sondern ein Signal, dass der Schritt zu groß ist. Geh einen Schritt zurück zum Gewöhnen und Spielen.

Wann ist dein Kind bereit für den nächsten Schritt?

Sobald das Treiben von selbst klappt, können Beine und Arme dazu kommen. Eine oft genutzte Faustregel in der Schwimmwelt: Ein Kind kann erst mit einer Schwimmtechnik anfangen, wenn es zehn Sekunden entspannt treiben kann, sonst geht die ganze Energie ins Obenbleiben statt in die Technik.

Willst du wissen, was du als Elternteil selbst tun kannst und wofür du eine Schwimmschule brauchst? In dieser Übersicht zum Selbst Schwimmen lernen steht die ehrliche Geschichte. Die Schwimmschule beurteilt letztlich, ob dein Kind die Fähigkeiten für ein echtes Abzeichen beherrscht. Du sorgst zu Hause für das Vertrauen, und das ist mindestens genauso wichtig.

Fazit

Treiben kannst du zu Hause Schritt für Schritt vorbereiten. Fang klein an, bleib nah dran und mach ein Spiel daraus; die Schwimmtechniken kommen erst, wenn das Treiben entspannt klappt. Eine Schwimmschule sorgt für die Abzeichen und die echte Schwimmsicherheit, du sorgst für das Vertrauen im Wasser.

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Quellen

Bob van Soest

Bob van Soest

Als Experte für die Bewirtschaftung von Sportanlagen (wie Schwimmbädern) und Entwickler von unter anderem Swimmigo.com setze ich mich leidenschaftlich dafür ein, den Schwimmunterricht für Eltern, Schwimmlehrer und alle, die schwimmen lernen wollen, einfacher, unterhaltsamer und aufschlussreicher zu gestalten.

Häufig gestellte Fragen

Allgemein

Meistens liegt es an Spannung, nicht an fehlender Veranlagung. Ein Kind, das verkrampft oder den Kopf hochhält, sinkt ab. Entspannung, Luft in der Lunge und ruhige Atmung machen den Unterschied, und das lernt man in kleinen Schritten.

Für das A-Abzeichen muss ein Kind fünf Sekunden auf dem Bauch und zehn Sekunden auf dem Rücken treiben können. Zu Hause geht es nicht um die Norm, sondern um Vertrauen: Baue ruhig von ein paar Sekunden bis zu zehn auf.

Fast jedes Kind lernt treiben, nur die Geschwindigkeit variiert. Die Körperform spielt eine Rolle, aber Haltung und Entspannung sind wichtiger. Macht dein Kind wirklich keine Fortschritte, frage den Schwimmlehrer um Rat.

Nein. Treiben bedeutet still auf dem Wasser liegen, Schwimmen heißt, sich fortzubewegen. Treiben ist aber die Basis: Ein Kind, das treiben kann, kann sich ausruhen und atmen und traut sich erst dann, Beine und Arme zu benutzen.

Eltern

In der Badewanne kannst du schon viel machen: Gewöhnen an Wasser im Gesicht, Blasen machen und Kopf zurück mit den Ohren unter Wasser. Die echten Treibübungen machst du im flachen Wasser eines Schwimmbads, mit dir daneben.

Rückentreiben ist für viele Kinder beängstigend, weil sie keinen Boden unter sich spüren und nichts sehen. Zwinge es nicht, sondern lass es sich gewöhnen: Erst zurück in deinen Armen, dann mit einer Hand unter dem Kopf, und erst loslassen, wenn es sich ruhig anfühlt. Mehr über Angst vor Wasser liest du in diesem Artikel über Wasserangst.

Erst wenn es wirklich schwimmen kann, und auch dann bleibt Aufsicht wichtig. Ein Kind, das nur treiben kann, ist noch nicht sicher. Bleib in Reichweite, bis ein Lehrer bestätigt, dass dein Kind die Fähigkeiten für das Abzeichen beherrscht.

Schwimmschulen

Überprüfe zuerst die Entspannung: Ein verkrampftes Kind sinkt ab. Lass es sich an das Gefühl gewöhnen, übe das Ausatmen und baue die Treibhaltung mit Unterstützung auf, zuerst auf dem Bauch, dann auf dem Rücken. Kleine Erfolgserlebnisse wirken besser als lange Übungseinheiten.

Verweise auf eine konkrete Fähigkeit pro Woche, zum Beispiel Blasen machen oder Kopf zurück in der Badewanne. In der Swimmigo-App sehen Eltern, welche Übungen zum Niveau ihres Kindes passen, sodass das Üben zu Hause zum Unterricht passt.

Ja, solange es spielerisch bleibt und immer ein Erwachsener in Reichweite ist. Warne Eltern aber vor Schwimmhilfen: Ringe und Flügel geben falsche Sicherheit und verzögern das Wassergefühl.

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